Neuer Pächter Emil Pfefferle
Nach dem Tod Wilhelm Kröpckes und weil die Stadt keine Frau als Pächterin akzeptiert, muss Kröpckes Witwe das Café 1922 aufgeben. Neuer Pächter wird Emil Pfefferle, der das Café unter unverändertem Namen weiter betreibt. Er kann an den Erfolg Kröpckes anknüpfen, macht jedoch auch mit unkonventiellen Ideen wie einem heimlich gebohrten Brunnen zur unabhängigen Wasserversorgung auf sich aufmerksam.
Nach dem Tod Pfefferles 1936 führt dessen Ehefrau mithilfe eines Geschäftsführers das Geschäft weiter.
Das erste Café AM Kröpcke
Von den Briten 1947 als Standort für die Export-Messe ausgewählt, errichtet die Stadt auf den Fundamenten des zerstörten Kaffeehauses ein Zelt, welches während der Messe als Kaffee- und Bierwirtschaft dient. Dessen Benennung mit "Kröpcke" führt jedoch zu einem Streit mit der Familie Kröpcke, den ein Kompromiss am Ende beilegen kann: Der Oberbürgermeister Wilhelm Weber gibt dem gesamten Platz zu Ehren Wilhelm Kröpckes dessen Namen. Aus dem Café Kröpcke wird somit das Café am Kröpcke!
Neueröffnung als Provisorium
Da das Messezelt eine zeitliche Begrenzung hatte und der Oberstadtdirektor Gustav Bratke sich 1947 für einen Wiederaufbau des Cafés ausspricht, wird auf den Fundamenten des zerstörten Gebäudes ein neues errichtet. Der ausdrücklich als Provisorium bezeichnete Bau wird dabei mit Materialien realisiert, welche nicht für den Wiederaufbau von Wohnungen verwendet werden können. Von ihren Plätzen im am 17. August 1948 wiedereröffneten Café am Kröpcke genießen die Gäste die Aussicht auf die Stadt – auch wenn diese 1948 vor allem noch aus Schuttbergen und Ruinen besteht.
Trotz mancher Beschwerde über die nachgelassene Qualität in Sachen Service und Essen bleibt das nun direkt von der Stadt betriebene Café ein hochfrequentierter Treffpunkt und es ist in der Regel schwer, hier einen freien Platz im Café, im Kaffeegarten oder auf der Terrasse zu ergattern.
Grundsteinlegung des Café Kröpcke
Am 27. Oktober 1975 wird der Grundstein für das Herz der Stadt gelegt: Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg bestückt die Zeitkapsel und greift höchstpersönlich zur Maurerkelle. So entsteht am zentralen Knotenpunkt Kröpcke das diesem Ort ebenbürtige, einzigartige Café Kröpcke, das der Innenstadt von Hannover einen modernen, individuellen und architektonisch hochwertigen Touch verschafft.
Mövenpick betreibt das Café Kröpcke
Bereits während der Bauphase am Kröpcke beginnt eine städtische Kommission mit der Suche nach einem Betreiber für das neu entstehende Café am Kröpcke. Da hannoversche Gastronomen dem Projekt eher zurückhaltend gegenüberstehen, schaut sich die Kommission auch außerhalb um und wird in dem Züricher Unternehmen Mövenpick fündig. Für die Verwaltung des Gebäudekomplexes, in dem auch das Mövenpick Café Kröpcke unterkommt, wird die bis heute zuständige Café am Kröpcke Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG gegründet.
Am 18. November 1976 ist es soweit: Das Mövenpick Café Kröpcke wird feierlich eröffnet und tausende Hannoveraner sind vor Ort, um sich das Café anzuschauen. Der Andrang ist noch in den folgenden Wochen so groß, dass immer wieder Gäste abgewiesen werden müssen. Das hochwertige und neuartige Gastronomie-Konzept bleibt ein nachhaltiger Erfolg.
Himbeertorte zum Geburtstag
Gute Nachrichten sind die besten Nachrichten: Der 40. Geburtstag des heutigen Café Kröpcke wurde angemessen gefeiert. Das Sahnehäubchen war die Verkündung, dass Mövenpick seinen Vertrag verlängert hat und somit auch das 50-jährige Jubiläum realistisch ist. Unter begeistertem Applaus der Festgesellschaft wurden anschließend Sekt und Himbeertorte ausgegeben, wie das Foto mit den drei bisherigen Kröpcke-Wirten (v.l.) Matthias Baller, Helmuth Uhl und Dietmar Althof bezeugt.
Das heutige Café am Kröpcke
Seit der Eröffnung von Mövenpick hat sich viel getan und das Café hat Nachbarn bekommen, die mit ihrem hochwertigen Einzelhandels- und Dienstleistungsangebot den gleichen Anspruch an das Besondere bedienen. So sind heute im Café am Kröpcke ebenfalls das Premium Burger Restaurant Jim Block, der Juwelier Stichnoth, der Optiker Kasten's Optik, die Trüffelmanufaktur Güse, der Spezialist für Inneneinrichtung Bockhorst interieur & decoration sowie die Rocket Lounge vertreten, eine kreative Location für Events und Pop-Ups.
Hannover hält seinem Café am Kröpcke nun inzwischen seit über 150 Jahren die Treue. Das spricht nicht nur für dessen Qualität, sondern zeigt auch, dass es seit jeher zur lebendigen Stadtkultur gehört. Es handelt sich um einen Ort mit Geschichte, der längst zu einem Wahrzeichen für die Stadt geworden ist und – sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn – ihren Mittelpunkt darstellt.