Geschichte des
Café am Kröpcke

1869
Das Café Robby
1885
Aus Robby wird Kröpcke
1922
Neuer Pächter Emil Pfefferle
1943
Zerstörung
1947
Das erste Café AM Kröpcke
1948
Neueröffnung als Provisorium
1970
Neubau
1976
Das Mövenpick Café Kröpcke
1997
Eröffnung vom Expo-Café
Heute
Das heutige Café am Kröpcke
Das Café Robby

Mit der Wahl des Theaterplatzes (heutiger Opernplatz) als neuen Standort für sein alteingesessenes Café Robby beweist der Cafetier und ehemalige Konditor des königlichen Hofes Georg Robby 1869 echte Weitsicht. Damals noch eher ab vom Schuss entwickelt sich der Standort im Laufe der nächsten drei Jahre durch seine Lage an der ersten Pferdestraßenbahn Hannovers und dem  folgenden Bau der Karmaschstraße zum zentralen Verkehrsknotenpunkt Hannovers. 

Damit beginnt die Erfolgsgeschichte des Café am Kröpcke.

Aus Robby wird Kröpcke

Wilhelm Kröpcke, vormaliger Oberkellner des Café Robby, übernimmt 1885 das florierende Kaffeehaus. Die zentrale Lage mit der Nähe zum Bahnhof, aber auch Kröpckes Geschäftsphilosophie, machen das Café schnell zum beliebtesten Treffpunkt für Hannoveraner und Durchreisende. "Wir gehen zu Kröpcke" wird zu einer geflügelten Redensart.

1895 gibt Wilhelm Kröpcke dem Café seinen Namen und auch die vor dem Kaffeehaus zuvor von ihm und anderen hannoverschen Bürgerinnen und Bürgern gestiftete Wettersäule bekommt den Namen, den sie bis heute trägt: Kröpcke-Uhr.

Neuer Pächter Emil Pfefferle

Nach dem Tod Wilhelm Kröpckes und weil die Stadt keine Frau als Pächterin akzeptiert, muss Kröpckes Witwe das Café 1922 aufgeben. Neuer Pächter wird Emil Pfefferle, der das Café unter unverändertem Namen weiter betreibt. Er kann an den Erfolg Kröpckes anknüpfen, macht jedoch auch mit unkonventiellen Ideen wie einem heimlich gebohrten Brunnen zur unabhängigen Wasserversorgung auf sich aufmerksam.

Nach dem Tod Pfefferles 1936 führt dessen Ehefrau mithilfe eines Geschäftsführers das Geschäft weiter.

Zerstörung

Hannover befindet sich Anfang der 1940er Jahre in einer trügerischen Ruhe. Trotz unzähliger Fliegeralarme waren schwere Luftangriffe auf die Stadt jahrelang ausgeblieben. Leider schützt die Verwandtschaft zum britischen Königshaus die Hannoveraner aber am Ende doch nicht: Am 26. Juli 1943 werden große Teile Hannovers von den Alliierten in Schutt und Asche gelegt. Vom Café Kröpcke bleibt einzig die Kröpcke Uhr unversehrt, der Rest wird bis auf die Grundmauern zerstört.

Auch die provisorische Baracke, in der das Café danach direkt neben dem ursprünglichen Gebäude unterkommt, wird im April 1945 beim letzten Bombenangriff auf Hannover vollkommen zerstört. Damit ist das vorläufige Ende des Café Kröpcke erreicht.

Das erste Café AM Kröpcke

Von den Briten 1947 als Standort für die Export-Messe ausgewählt, errichtet die Stadt auf den Fundamenten des zerstörten Kaffeehauses ein Zelt, welches während der Messe als Kaffee- und Bierwirtschaft dient. Dessen Benennung mit "Kröpcke" führt jedoch zu einem Streit mit der Familie Kröpcke, den ein Kompromiss am Ende beilegen kann: Der Oberbürgermeister Wilhelm Weber gibt dem gesamten Platz zu Ehren Wilhelm Kröpckes dessen Namen. Aus dem Café Kröpcke wird somit das Café am Kröpcke!

Neueröffnung als Provisorium

Da das Messezelt eine zeitliche Begrenzung hatte und der Oberstadtdirektor Gustav Bratke sich 1947 für einen Wiederaufbau des Cafés ausspricht, wird auf den Fundamenten des zerstörten Gebäudes ein neues errichtet. Der ausdrücklich als Provisorium bezeichnete Bau wird dabei mit Materialien realisiert, welche nicht für den Wiederaufbau von Wohnungen verwendet werden können. Von ihren Plätzen im am 17. August 1948 wiedereröffneten Café am Kröpcke genießen die Gäste die Aussicht auf die Stadt – auch wenn diese 1948 vor allem noch aus Schuttbergen und Ruinen besteht.

Trotz mancher Beschwerde über die nachgelassene Qualität in Sachen Service und Essen bleibt das nun direkt von der Stadt betriebene Café ein hochfrequentierter Treffpunkt und es ist in der Regel schwer, hier einen freien Platz im Café, im Kaffeegarten oder auf der Terrasse zu ergattern.

Neubau

Das Ende des Provisoriums kommt 1970 in Sicht, als die Arbeiten für die neue Untergrundbahn sich dem Kröpcke nähern. Da unter dem Platz ein Hauptverkehrsknotenpunkt entstehen soll, muss das Gebäude für die Bauarbeiten weichen. So schließt das Café am Kröpcke am 15. September 1970 um 22 Uhr zum vorerst letzten Mal seine Türen und verwandelt sich zusammen mit dem Rest des Kröpcke Platzes für die nächsten sechs Jahres in ein riesiges Loch.

Das Mövenpick Café Kröpcke

Bereits während der Bauphase am Kröpcke beginnt eine städtische Kommission mit der Suche nach einem Betreiber für das neu entstehende Café am Kröpcke. Da hannoversche Gastronomen dem Projekt eher zurückhaltend gegenüberstehen, schaut sich die Kommission auch außerhalb um und wird in dem Züricher Unternehmen Mövenpick fündig. Für die Verwaltung des Gebäudekomplexes, in dem auch das Mövenpick Café Kröpcke unterkommt, wird die bis heute zuständige Café am Kröpcke Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG gegründet.

Am 18. November 1976 ist es soweit: Das Mövenpick Café Kröpcke wird feierlich eröffnet und tausende Hannoveraner sind vor Ort, um sich das Café anzuschauen. Der Andrang ist noch in den folgenden Wochen so groß, dass immer wieder Gäste abgewiesen werden müssen. Das hochwertige und neuartige Gastronomie-Konzept bleibt ein nachhaltiger Erfolg.

Eröffnung vom Expo-Café

1990 erhält Hannover als erste deutsche Stadt den Zuschlag für die Ausrichtung der Expo 2000. Das Café am Kröpcke, das durch zahlreiche Aktionen aktiv für die Weltausstellung geworben hatte, bietet im Herzen der Stadt den idealen Standort für ein Expo-Café. Und so ist es am 24. November 1997 soweit: Das Expo-Café öffnet seine Tore, ist Bürgerinnen und Bürgern der Stadt wie auch Gästen aus aller Welt eine Anlaufstelle und informiert im Vorfeld über die anstehende Weltausstellung.

Als mit dem Ende der Expo auch die Idee hinter dem Café endet, übernimmt die Stadtwerke Hannover AG die Räumlichkeiten für ihr enercity KundenCenter.

Das heutige Café am Kröpcke

Seit der Eröffnung von Mövenpick hat sich viel getan und das Café hat Nachbarn bekommen, die mit ihrem hochwertigen Einzelhandels- und Dienstleistungsangebot den gleichen Anspruch an das Besondere bedienen. So sind heute im Café am Kröpcke ebenfalls das Premium Burger Restaurant Jim Block, der Juwelier Stichnoth, der Optiker Kasten's Optik, die Trüffelmanufaktur Güse, der Spezialist für Inneneinrichtung Bockhorst interieur & decoration sowie die Rocket Lounge vertreten, eine kreative Location für Events und Pop-Ups.

Hannover hält seinem Café am Kröpcke nun inzwischen seit über 150 Jahren die Treue. Das spricht nicht nur für dessen Qualität, sondern zeigt auch, dass es seit jeher zur lebendigen Stadtkultur gehört. Es handelt sich um einen Ort mit Geschichte, der längst zu einem Wahrzeichen für die Stadt geworden ist und – sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn – ihren Mittelpunkt darstellt.